MUSIKSCHULE RENNINGEN EIN GESCHÜTZTER ORT
FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
Der Kinder- und Jugendschutz genießt in der Musikschule Renningen höchste Priorität. Das am Wohle der uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler orientierte Handeln und Denken ist ein zentraler Wert in der musikalischkulturellen Bildungsarbeit der Musikschule Renningen.
„Die Musikschule Renningen - ein geschützter Ort für Kinder und Jugendliche" will sicherstellen, dass die Musikschule stets ein Ort ist, in dem Kinder und Jugendliche vor Übergriffen durch psychische, körperliche und verbale Gewalt geschützt sind. Unsere Handreichung soll zur Vorbeugung sämtlicher Arten von Gewalt insbesondere sexueller Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen dienen. Mit ihr zeigen wir auf, welche Schritte wir zur Prävention unternehmen und machen deutlich, dass wir auf Verdachtsfälle reagieren.
Das Bundeskinderschutzgesetz vom 1.1.2012 regelt den umfassenden aktiven Kindesschutz in Deutschland. Es basiert auf den beiden Säulen Prävention und Intervention. Sexuelle Gewalt ist gesellschaftliche Realität. Missbrauch kann vor allem dort stattfinden, wo das Problembewusstsein fehlt, wo weggeschaut und geschwiegen wird. Diese Handreichung der Musikschule Renningen soll zur Vorbeugung gegen sexualisierte Gewalt dienen. Mit ihr zeigen wir auf, welche Schritte wir zur Prävention unternehmen und machen deutlich, dass wir auf Verdachtsfälle reagieren.
GRUNDSÄTZLICHE GEDANKEN
Wenn Menschen miteinander in Beziehung treten, kommt dem Thema Nähe und Distanz eine bedeutende Rolle zu. Die Schulleitung der Musikschule Renningen achtet darauf, dass alle Lehrkräfteihrer Musikschule sich jederzeit - im Unterricht und bei Aktivitäten außerhalb des Unterrichts - ihrer Rolle bewusst sind. Sie haben für Ihre Schülerinnen und Schüler Vorbildfunktion. Zufällige und unbeabsichtigte Verletzung persönlicher Grenzen lassen sich im schulischen Alltag nicht immer vollkommen ausschließen. Wird sich die Lehrkraft einer solchen Grenzverletzung bewusst, ist es selbstverständlich und Ausdruck eines achtsamen Umgangs, sich dafür zu entschuldigen und Wiederholungen zu vermeiden.
Dem gegenüber stehen Übergriffe, die sich von Grenzverletzungen dadurch unterscheiden, dass sie nicht zufällig oder aus Versehen passieren und nicht das Resultat einer fachlichen und/oder persönlichen Unzulänglichkeit sind. Sie geschehen bewusst und absichtlich. Kennzeichnend ist das Hinweg setzen über Gesetze, gesellschaftliche und kulturelle Normen, Regelungen der Schule und den Widerstand der Betroffenen. Sie sind Ausdruck einer respektlosen und grenzüberschreitenden Haltung den Schülerinnen und Schüler gegenüber.
DAS SPEKTRUM SEXUELLER BELÄSTIGUNG UND GEWALT UMFASST:
- Anzügliche Äußerungen und sexuell herabwürdigenden Sprachgebrauch
- Abfällige, sexistische Kommentare zur äußeren Erscheinung, Person, Verhalten und lntimleben
- Verbales, schriftliches oder bildliches Präsentieren obszöner, pornographischer und sexuell herabwürdigende Inhalte und Darstellungen
- Unerwünschte, intime Berührungen
- Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung
- Unerwünschte und unangemessene Annäherungsversuche über E-Mails, SMS, soziale Netzwerke etc.
PRÄVENTION
Alle Lehrkräfte der Musikschule Renningen müssen vor Aufnahme ihrer Unterrichtstätigkeit ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen und werden mit unserem partizipativ entwickelten Schutzkonzept vertraut gemacht.
SELBSTREFLEXION
Dazu gehört ein von den Mitarbeitenden der Musikschule Renningen erstellter Fragenkatalog, der über die Vermittlung musikalischer, instrumentaler und vokaler Inhalte hinausgeht.
à Den Fragenkatalog finden Sie auf unserer Homepage: musikschule.renningen.de
SELBSTVERSTÄNDNIS
Im gemeinsamen pädagogischen und künstlerischen Schaffen entstehen oft persönliche und intensive Vertrauensverhältnisse und Beziehungen. Das Verhältnis von lehrenden und lernenden an einer Musikschule hat eine besondere Qualität. Gerade im Einzelunterricht und in kleinen Gruppen arbeiten Musikpädagoginnen und -pädagogen mit ihren Schülerinnen und Schülern sehr unmittelbar, nah und intensiv miteinander. Dabei spielen überaus persönliche Aspekte wie emotionaler Ausdruck, Ausstrahlung und Körperbezogenheit in Spiel- und Gesangstechnik, Auftreten und Bühnenpräsenz eine große Rolle. Aus diesem Grunde müssen wir in Hinsicht auf das sehr individuelle Empfinden von Nähe und Distanz, auf Abhängigkeitsverhältnisse und Gefährdungsmöglichkeiten Sicherheit für alle Beteiligten schaffen. Die formulierten Vereinbarungen bieten beiden Seiten Schutz: Schülerinnen und Schülern vor Grenzüberschreitung und sexueller Gewalt, Lehrkräften vor unbegründetem Verdacht.
AUS DIESEM GRUNDE IST UNS WICHTIG:
Die Musikschule Renningen ist für uns ein Ort, an dem Menschen unterstützt, gefördert und in der Entfaltung ihrer Potenziale bestärkt und nicht verunsichert, beschämt oder klein gemacht werden. Wir sind uns unserer Rolle und Vorbildfunktion in den verschiedenen Situationen bewusst: als Lehrkraft im Unterricht, als Aufsichtsperson bei Veranstaltungen, bei privaten Kontakten mit Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern. Auch als Lehrkraft dürfen wir Grenzen setzen und entscheiden, wie nah wir den Kontakt zu unseren Schülerinnen und Schülern bzw. deren Eltern zulassen wollen. Unser Handeln ist geleitet durch einen achtsamen Umgang miteinander sowie einen offenen und aufmerksamen Blick für die Interessen und Schutzrechte von Kindern und Jugendlichen. Wir verhalten uns kultursensibel und begegnen mit Respekt den Werten und Gepflogenheiten anderer Kulturkreise. Unsere Sprache ist respektvoll und der Rolle des Lehrenden und der Unterrichtssituation angemessen. Auch unsere Kleidung entspricht unserer Rolle des Lehrenden. Berührungen können im Musikschulunterricht hilfreich sein, um körperliche Aspekte wie z. B. Haltung und Atmung des Musizierens zu vermitteln oder zu verdeutlichen. Der didaktische Nutzen solcher Berührungen muss für unsere Schülerinnen und Schüler stets eindeutig erkennbar sein und/ oder entsprechend erläutert werden. Im Falle von pädagogisch notwendigen Berührungen müssen wir vorab das Einverständnis der Schülerinnen und Schüler sicherstellen und auf kleinste Anzeichen von Widerstand reagieren. Diese von den Kindern und Jugendlichen gesetzten Grenzen sind von uns zu respektieren. Es ist dann unsere Aufgabe, andere Möglichkeiten zur Vermittlung der Unterrichtsinhalte zu finden.
Dabei ist es von enormer Bedeutung, dass Eltern und Lehrkräfte miteinander im konstruktiven Gespräch sind, da Kinder gegenüber Autoritätspersonen nicht immer den Mut haben, ihre Bedürfnisse klar zu äußern.
SENSIBILISIERUNG
Immer wieder kann man beobachten, dass Schülerinnen und Schüler sich auch Gleichaltrigen gegenüber respektlos verhalten, andere ausschließen oder ignorieren, schlecht übereinander reden. Gerade durch das Nutzen vielfältiger sozialer Netzwerke werden persönliche Informationen häufig unbedacht weitergegeben, es entstehen Gerüchte, die auch Mobbing zur Folge haben. Deshalb sind wir sensibel für das Verhalten unserer Schülerinnen und Schüler untereinander, um für gemeinsames Musizieren gute Grundvoraussetzungen und Vertrauen zu schaffen.
- Gehen die Schülerinnen und Schüler respektvoll miteinander um? Im Verhalten untereinander; in direkter Kommunikation und sozialen Netzwerken?
- Mobbing innerhalb der Schülerschaft darf nicht geduldet werden.
- Der Umgang mit Daten, Foto- und Filmaufnahmen muss datenschutzkonform gehandhabt werden, Veröffentlichungen bedürfen stets der Zustimmung der Betroffenen.
Bei Fehlverhalten ist die Lehrkraft angehalten einzuschreiten und dieses zu unterbinden. Nach angemessener Entschuldigung sollte gemeinsam mit den betroffenen Schülerinnen und Schülern nach geeigneten Formen in Umgang und Kommunikation gesucht werden. Fehlverhalten von Schülerinnen und Schülern kann zum Ausschluss aus Ensembles oder aus der Musikschule Renningen führen.
FAZIT
Musikschule Renningen - „ein sicherer Ort für Kinder und Jugendliche“ will sicherstellen, dass die Musikschule stets ein Ort ist, in dem Kinder und Jugendliche vor Übergriffen durch psychische, körperliche und verbaler Gewalt geschützt sind. Unsere Handreichung soll allen Mitarbeitenden und Lehrkräften Handlungssicherheit in ihrem beruflichen Umfeld vermitteln. Dieses Schutzkonzept wurde in verschiedenen Workshops durch das Kollegium der Musikschule Renningen partizipativ erarbeitet und verabschiedet.
Renningen, den 03.03.2026
Aman, Thomas | Márquez, Pablo |
Bellas Hernandez, Miguel | Mokbel-Nyeste, Lilla |
Beuter Martina | Narvesen, Inger Torill |
Beuter, Stefan | Saegner, Beate |
Chien, Li An | Schinnerling, Gabriele |
Dannecker, Achim | Song, Albertina |
Dolge, Christoph Rin | Stratiros, Julia |
Girin, Michail | Truckses, Martina |
Gorbachev, Alexander | Volz, Albrecht |
Haiter, Vanessa | Vu, Ngoc |
Haußmann, Raphaela | Wendel, Heidi |
Hiller, Andreas |
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